Zentralasien und China bauen ihre Luftverkehrsverbindungen aus

Der Luftverkehr zwischen Zentralasien und China wächst dynamisch. Derzeit verbinden 117 reguläre wöchentliche Flüge Kasachstan und China – 52 % mehr als im…

Der Luftverkehr zwischen Zentralasien und China wächst dynamisch. Derzeit verbinden 117 reguläre wöchentliche Flüge Kasachstan und China – 52 % mehr als im Vorjahr. Vom 3. bis 5. November beraten Vertreter der Luftfahrtbehörden Chinas und der fünf zentralasiatischen Staaten in Taschkent über eine weitere Öffnung des Marktes.

Der Handel zwischen China und Zentralasien erreichte 2025 ein Volumen von 106,3 Mrd. US-Dollar (+12 %). Parallel dazu steigen die Passagierzahlen und die regionalen Fluggesellschaften erhalten schrittweise besseren Zugang zu den Märkten. Kasachstan verfolgt seit 2019 eine Open-Skies-Politik an wichtigen Flughäfen; auch Usbekistan hat seine Luftfahrtmärkte liberalisiert.

Starkes Wachstum im regionalen Luftverkehr

Laut einer Studie der Eurasischen Entwicklungsbank (EDB) beförderten zentralasiatische Fluggesellschaften 2025 insgesamt 31,7 Millionen Passagiere – nahezu doppelt so viele wie 2019. Die Sitzplatzkapazität wuchs zwischen 2015 und 2025 jährlich um durchschnittlich 7,7 %. Billigfluggesellschaften machten zuletzt 21 % des Angebots aus, wobei FlyArystan der größte Anbieter war.

Auch die Luftfracht nahm deutlich zu: Das Transportvolumen vervierfachte sich zwischen 2023 und 2025 auf 335.700 Tonnen. Rund 67 % entfielen auf usbekische Fluggesellschaften.

Das starke Wachstum von 2025 und zuvor setzt sich auch 2026 ungebrochen fort.

Kasachstan und Usbekistan treiben den Ausbau voran

Kasachstan stellte 2025 mit ca. 49% des regionalen Passagieraufkommens den größten Luftverkehrsmarkt Zentralasiens. Ende Oktober 2026 bestanden 21 Flugverbindungen nach China; seit Jahresbeginn wurden mehr als eine Million Passagiere zwischen beiden Ländern befördert. Die Zahl der zulässigen wöchentlichen Flüge soll von 124 auf 152 steigen. Neue Verbindungen umfassen unter anderem Almaty–Xi’an, Almaty–Chongqing und Astana–Guangzhou.

Am 30. Oktober vereinbarten Air Astana und China Southern Airlines eine strategische Partnerschaft, um Anschlussflüge zwischen ihren Streckennetzen zu erleichtern.

Usbekistan verfügt über den zweitgrößten Passagiermarkt der Region. In den ersten neun Monaten 2026 fertigten seine Flughäfen 12,7 Millionen Passagiere ab (+13 %). Zwischen Usbekistan und China verkehren zudem zahlreiche Passagier-, Fracht- und Transitflüge. Neue Verbindungen und steigende Besucherzahlen aus China unterstreichen das wachsende Potenzial des Marktes.

Auch Kirgisistan, Tadschikistan und Turkmenistan erweitern ihre Direktverbindungen mit China, unter anderem durch neue Flüge zwischen Guangzhou und Bischkek sowie zwischen Duschanbe und Peking.

Infrastruktur und Marktöffnung als zentrale Herausforderungen

Trotz des Wachstums steht die Branche vor erheblichen Herausforderungen. Weltweit verzögern sich Flugzeug- und Triebwerkslieferungen, wodurch Wartungs- und Leasingkosten steigen. Gleichzeitig hält die Modernisierung der zentralasiatischen Flughäfen laut EDB nicht mit dem zunehmenden Verkehrsaufkommen Schritt.

Bis 2035 sind in der Region zwölf größere Flughafenprojekte mit einem Gesamtvolumen von 5,1 Mrd. US-Dollar geplant oder in Umsetzung. Darüber hinaus schränken bilaterale Luftverkehrsabkommen den Marktzugang teilweise weiterhin ein.

Die weitere Liberalisierung des Luftverkehrs und die Verbesserung der regionalen Infrastruktur stehen daher im Mittelpunkt der Beratungen in Taschkent.